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24 Stunden in Melfar

Mi, 06.06.2012

Melfar24: 3 Strecken, 1 Rennen über 24 Stunden

von 10 Uhr bis 20 Uhr war Durchfahrt auf die 60 km lange Tagroute frei gegeben. So ist davon auszugehen, dass die Runde bei Helligkeit gefahren wird.
Ab 20 Uhr wird man auf eine Nachtroute, die durch den beleuteten Ort Middelfart führt geleitet.
Ab 9 Uhr morgens wird man auf eine kleine Abschlussrunde geleitet. Nur ganze vollendete Runden zählen.


Vor dem Start erzählte mir Bernd, der mit dem Rennrad startete, von einem Radfahrer der beschlossen hatte schnellster Deutscher zu werden. Ich fasste den Beschluss es nicht gemächlich angehen zu lassen.
Start pünktlich um 10 Uhr, Rückenwind, reichlich. Für die Rennradfahrer ein Vorteil, beim Start. Es ging gleich auf eine Rampe und die Rennradler drohten mir zu enteilen. Nach und nach fing ich sie ein und fuhr auch wieder nach vorne. Dann noch eine Rampe und ich war wieder mitten drin. Dann wieder etwas flacher in dem rauf und runter und ich war nach 30 Minunten weg. In der zweiten Runde traf ich dann nach genau 2 Stunden den ersten Spätstarter. Nach 4 Stunden hatte ich den ersten RAAM Starter der Frühgruppe überrundet. Dann ein kurzer Tankstopp. Die Rennorga hatte die RAAM-Wertungsgruppe inzwischen aufgeteilt in RAAM und HPV. Ich wurde langsamer, der Tagesschnitt sank auf 37. Um 20:30 wurde ich auf die Nachtrunde geschickt. Erst war ich froh, das ich einige der sehr kurzen aber heftigen Rampen nicht mehr sehen musste. Dann stellte ich fest, der Nachtkurs war eher noch schlechter für mich. Die mäßige zwei bis drei Minuten lang dauernde Rampe am Start kostete zu viel Zeit und drückte den Schnitt. Da half es nichts, wenn ich den Rest der Strecke deutlich schneller war als andere. Nach der Rampe ging es durch den Ort Middelfart. Die Strecke war nachts mit Straßenlaternen gut beleuchtet. 3 Kreisel galt es zu durchfahren. Die lange und flache Uferpromenade war im Morgenerot besonders schön anzusehen. Die Wendekurve war eng. Es galt dort eine Messschleife zu durchfahren. Die abgesteckte Pilonenreihe verließ ich immer vorzeitig, weil mein Wendekreis es nicht anders zuließ.
Die letzte Stunde ging es auf die ganz kurze Runde. Für mich war es 40 Minuten vor Schluss. Die Rampe hoch und gleich wieder runter. In die enge Kehre. Eine allerletzte Runde schenkte ich mir, da nur ganze Runden zählten und ich mir nicht sicher war die innerhalb der Zeit abschließen zu können.

Das Wetter? Ich startete in langer Hose und behielt die auch an. Oben herum langes dünnes Shirt. Bis 18h war es recht warm. Dann habe ich das Trikot in ein langes Wintershirt getauscht und bin bis zum Ende so gefahren. Mein Sohn hat die 2te Nacht im Transporter im Schlafsack geschlafen und trotz Puli lausig gefroren. Die erste Nacht schliefen wir in der Turnhalle mit weniger als 20 anderen Schläfern. Nachts war es relativ ruhig.


Bei Melfar24 sind die Leute sehr freundlich und ich fühlte mich als Liegeradler sehr wohl. Es ist eine Veranstaltung die ich nur empfehlen kann. Wegen der Nachtstrecke durchaus auch mit einem Unverkleideten. Ich würde dort jederzeit gerne wieder anreten.

RAAM Rennrad:
Platz 1 und 2. Das war ein richtiger Fight 750km / 743km.  Eine wahnsinnns Leistung.

Zuschauer, Warnehmung in der Öffentlichkeit:
Im Start und Zielbereich viele Zuschauer. Vermutlich Angehörige und Betreuer. Ansonsten habe ich weinig Teilnahme im Ort verspürt. Die Autofahrer haben für mein Gefühl sich auch nicht auf ein Radrennen eingestellt. Die Stadt Middelfart selbst hat mit einer Baustelle auf der Nachtrunde nicht geglänzt. Da gab es erst einen Sandstreifen zu durchfahren. Im Rennen wurde dann noch für die Radfahrer ein schmal Furt hergestellt.

viele Fotos auf der Website von Melfar24

Kommentar von Christian Ascheberg |

hier etwas Korrespondenz mit DK.
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Hi Christian

Thanks for the data and thanks for participating. You and your 'yellow banana' surely did give us a good demonstration of what aerodynamics means... ;o)

See you next year

BR Leo

2012/6/10 Christian Ascheberg

hello Leo,

thanks again for a very fine weekend.
Please see the attached file.

I hope to see You again next Year.

The rider in the recumbent bike
Christian Ascheberg

Dies und Das über den Ascheberg

Mi, 30.05.2012

Dies und Das über den Ascheberg

 

Meine Arbeitskollegen denken, wie mir erzählt wurde, ich sei völlig durchgeknallt. Im Dezember nur mit Gehilfe laufen aber im Winter mit dem Rad fahren. Eine Streckenlänge, vor der die Kollegen auch im Sommer zurückschrecken. Noch immer humpelt er, manchmal. Der Zusammenhang erschließt sich nicht unmittelbar. Schuld daran ist üblicherweise eine Überbelastung, eine Brevet oder ein Tanzvergnügen. Ich selber verspüre dann 3 oder 4 Tage Probleme. Danach geht es dann deutlich besser. Deshalb tue ich das. Das Ziel ist es wieder so fit wie früher zu werden. Die Brevetzeiten sind gut, wie im Jahr zuvor. Ich bin sogar noch etwas schneller. Wieso kann ich nicht sagen. Ich weiß es nicht.

Jetzt mache ich mich fertig für eine RAAM-Quali in Middlefart in Dänemark. Dankeschön lieber Veranstalter, dass Ihr mich starten lässt und dass diese Veranstaltung für Tandem und Liegerad zugelassen ist.

Warum? Ich hoffe es hilft dem einen oder anderen zu sehen, dass man auch nach Problemen wieder auf die Beine kommen kann. Mir selber macht das sich Verbessen am meisten Spaß. Sich zu Verbessern ist nach einem Unfall einfacher, als nach einem Rekord. Und wenn es mir noch gelänge zu zeigen, das mit Velomobilen ein RAAM nicht so eine Ochsentour ist, wie immer in den Büchern von Rennradfahrern beschrieben ist, dann wäre ich glücklich. Ein Rekord dort, bei der RAAM wäre nicht mein Ziel, aber durchaus möglich. Alleine kann ich das nicht schaffen. Ich brauche jeden. Vor allem brauche ich öffentliches Interesse. Geld wäre auch nicht schlecht. Mit einem größeren Sponsor rechne ich eher nicht.

Phönix aus der Asche!

So, 22.01.2012 von Jörg Basler

Phönix aus der Asche?

Am 3.9.11 fuhr ich mit dem Milan in einen Graben. Dort war ein gemauerter Feldwegzugang, in den ich mit ca. 60km/h einschlug. Ich fuhr ohne Kabinenhaube aber mit Deckel. Im Velomobil riss das dünne Carbon vorne an mehreren Stellen ein. Mein Körper rutschte nach vorne und drückte mit den Knien ein Loch oben in die Karosse. Mit dem Oberkörper kam ich nach oben und blieb an der Einstiegskante rechts und links hängen. Der Tretlagermast riss ein, die Kurbel und das Kettenblatt stellte sich schräg. Das Kettenblatt wurde verbogen. Der Alurahmen bohrte sich tief in beide Knie. Die Kurbel oder das Kettenblatt scherte den Fuß ab. Tiefe, ca. 20 cm lange Schnitte in beiden Schultern. Schnitte von 30cm Länge unterhalb und in den Kniekehlen beiderseits. Dann noch eine längere Schnittverletzung an der linken Pobacke, 20cm lang aber nicht sehr tief.

Beim Aufprall muss es auch Druck auf den Brustkorb gegeben haben. Im Krankenhaus diagnostizierte man noch eine Thoraxprellung, die mir keinerlei Schmerzen machte. Die Auswirkungen in Form von Schwindelgefühl kam mir aber bekannt vor. 1976 hatte ich so etwas schon mal durchlebt.

Den Unfall erlebte ich in vollem Bewusstsein und konnte dem Rettungsdienst und den Ärzten im Klinikum Antworten geben. Zwischenzeitlich hatte ich um Sauerstoff gebeten. Aus der Narkose aufgewacht war ich schmerzfrei. Der rechte Fuß war gegipst, die Wunden an Schulter und Knien genäht. Mein Ruhepuls in der Intensivstation um die 100bpm, normal für mich 53bpm. Blutdruck gut, Sauerstoff gut. Um den Blutverlust auszugleichen bekam ich ein Eisenpräparat. Nach einem Tag Intensiv wurde ich auf die Normalstation verlegt. Die Wunden allesamt schmerzfrei. Danke an das Klinikum in Hildesheim mit Dr. Brüsch für allerbeste Versorgung.

Wenige Tage nach der OP lief ich mit Gehhilfen durch das Krankenhaus. Als der letzte Patient im alten Klinikum erlebte ich den Umzug zum neuen Klinikum. Im neuen Klinikum in der zweiten Woche gab es dann erstmalig für mich die Möglichkeit einbeinig auf einem Ergometer zu trainieren. Nach zwei Wochen kam ich nach Hause. Dort konnte ich einbeinig wieder Liegerad trainieren. Wenn ich linksbeinig zu lange und kräftig trat wurde jedoch der rechte Fuß dick. Zum Ausgleich machte ich Kniebeugen auf dem linken Bein neben Spaziergängen. Je länger die Krankheit dauerte, um so mehr baute mein Kreislauf und die Muskeln ab. Dann die zweite OP um Drähte zu entfernen. Ich bekam einen neuen Gips. Nach zwei Wochen kam der ab. Gelegenheit für mich zweibeinig auf dem Ergometer zu treten.

Erste Ausfahrten in der realen Welt folgten. Die beiden Gehhilfen über Lenker und Schulter. Mitte November ging es mir so gut, das ich einen Versuch unternahm wieder zu Arbeiten. Gleich am ersten Tag ein heftiger Rückschlag. Der Fuß war dick und schmerzte das erste mal überhaupt. Es folgte eine Woche gar kein Training. Am 3.12. dann der erste Arbeitstag. Verkürzt aus meinem Überstundenkonto dank Gleitzeit. Immer noch richtet sich Trainingslänge und Intensität danach, ob der Fuß wieder anschwillt.

Die anfängliche Beweglichkeit von 10 Grad ist inzwischen deutlich besser. Die Pulswerte sind heute mit 108bpm bei 160W so wie es sein soll. Beim Radeln bin ich generell schmerzfrei. Mein Trainingspensum aktuell knapp unter 3 Stunden im täglichen Durchschnitt. Es geht jeden Tag spürbar besser. Am besten geht es mir nach dem Radeln, am schlechtesten morgens nach dem Aufstehen.

Eggert Bülk hat meinen Weißen in Arbeit und ich gedenke diese Jahr mit dem Rad meine RAAM Qualifikation zu erneuern und meinen 24h Weltrekord von 2011 zu verbessern (WHPV und UMCA).

Kommentar von Jörg Basler |

Als ich von dem Unfall hörte, hat es mir die Sprache verschlagen. Als Christian mir dann davon erzählt hat, wurde mein Weltbild durcheinander geschmissen. Das ist nicht übertrieben, denn es war ja noch nicht absehbar wie schnell Christian genesen wird und wie weit er überhaupt gesund würde. Radfahren ist ein wesentlicher Bestandteil meines Lebens. Christians Unfall hat mir die möglichen Konsequenzen meines Hobbys näher gebracht als mir lieb war.
Ich finde es unfassbar wie Christian mit diesem Dilema umgeht. Bei manchen Gesprächen hatte ich den Eindruck, er muss mir Mut zusprechen, eigentlich sollte es doch umgekehrt sein. Der Kerl hat unfassbare Nehmerqualitäten, eben ein echter Weltrekordler.

Kommentar von Chris |

Ich bekomme gerade den Mund nicht zu und die Bilder nicht aus dem Kopf.

@Christian: Alles Gute, gute Besserung und geh es nicht zu schnell an.

Ich hatte dir zugesagt, mich um was zu kümmern, das vergesse ich nicht, habe aber auch gerade eine, hmm, sagen wir mal suboptimale Zeit... Nicht vergleichbar mit deinem Horror aber ich weiß noch nicht wann ich dazu komme.

Kommentar von Detlef |

Hallo Christian,

erst einmal alles Gute von mir und ich hoffe das alles
für diech wieder gut wird.

Ich habe deinen Beitrag sicherlich 3 oder 4 mal gelesen um zu verstehen was dir das passiert ist und wie du damit umgehst dafür meinen größten Respekt!!

Magst du noch ewas dazu schreiben warum du in den Graben gefahren bist, ein Defekt oder jemandem
ausgewichen.

Gruß

Detlef