Die Cyclevision 2011 aus der Sicht eines Beobachters

Das alljärige Kräftemessen auf der Cyclevision stand dieses Jahr vom 24.6.`11 bis zum 26.6.`11 an. Wie seit etlichen jahre ist diese Veranstaltung mal wieder erstklassig besetzt, beinah eine inoffizielle EM. Das hat natürlich im Wesentlichen mit der großen Erfahrung der ORGA zu tun. Man hat in den Jahren eine effektive Gruppe aufgebaut, die genau weiß worauf es ankommt. Dieses Jahr hatte man mit FlevOnice mal wieder einen fast ideale Veranstaltungsort organisiert. Zusätzlich ist es der ORGA mal wieder gelungen das Highspeedoval der RDW zu organsieren. Ein kleiner Wermutstropfen war das Aprilwetter am Samstag. Da aber der Campingplatz gut war, wir sehr gute sanitäre Anlagen hatten und eine große Kantine, war das Wetter zu ertragen. Die Trennung auf zwei attraktive Rennstrecken, hatte allerdings auch Nachteile. Vor allem für Fahrer, die vorbildlich mit dem Rad angereist waren. Wer sich keine Transportmöglichkeit für sich oder sein Material (Wechselkleidung, Rolle zum Warmfahren etc.) organsiert hatte, stand vor einem logistischen Problem, denn die Strecken liegen gut 12km auseinander. Durchaus lösbar, aber ein echtes Hindernis, für Fahrer, die diesen Umstand nicht auf dem Plan hatten.

 

Freitag - 1h Rennen

Der erste Wettkampf fand am Freitag auf dem RDW Track statt. Dies ist lange Zeit der klassische CV-Austragungsort gewesen. Vor allem interessant für die Highspeed Vollverkleidung. Für den Rest des Feldes aber eher ein Matyrium. Die riesige Strecke lässt einen sich gefühlt im Tempo einer Schneck bewegen, selbst bei 50km/h. Der fehlende Schatten und der fast immer wehende Wind, machen es den Fahrern nicht leichter. Diesmal hatte man die Runde aber so gewählt, dass man auf der Zielgeraden Rückenwind hatte und auf der Gegengeraden einigermaßen Windschatten. Außerdem flachte der Wind zum Abend, als die Rennen stattfanden, etwas ab.

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tl_files/Droplimits/photos/Rennen/Cyclevision 2011/Bilder von Robert Fischmeier/_DSC4754.jpg

Nichtsdestotrotz sorgte der Wind für Sorgenfalten, vor allem bei denen, die noch nicht viel Erfahrung mit ihrer Vollverkleidung sammeln konnte. Erfahrene Piloten, wie David Verbroekken, sahen dagegen gar kein Problem. Es waren ja "nur" 4 Windstärken. Die Art der Befestigung seiner VV sorgte zudem dafür, das ihm auch Böen wenig ausmachten. Seine Karosse konnte sich um die Längsachse leicht bewegen und so dem Wind "ausweichen". Dadurch hat der Pilot etwas mehr Zeit zu reagieren. Es kann halt auch gut sein wenn nicht alles perfekt ist. Die großen holländischen Fahrer des ehemaligen C3 Vectors hatten eher mit Platzproblemen und nach einer Stunde mit verkrampftem Po zu kämpfen.

Die Velomobilfahrer lies der Wind natürlich völlig kalt. Schade fand ich nur, dass das VeloX Team, verständlicher Weise, nur unverkleidet startete.

Das wir uns auf einer streng bewachten Teststrecke befanden kannte ich schon von früher. Hier gab es Regeln und Bedienstete die auch für deren Einhaltung sorgten. Ein Umstand, der etwas entgegen der angnehmen Lockerheit unsere Szene ist, aber auch für übersichtliche Klarheit sorgt. Wie das funktioniert hat ein Fahrer ausprobieren dürfen, der kurz vor dem angegeben Zeitpunkt auf die Aufwärmrunde ging. Er schafft ein paar hundert Meter, bevor er vom Ordnungspersonal mit Blinklicht im Sprinttempo "eingefangen" wurde und, nach kurzer Diskussion, vom Geländewage der Ordner eskortiert, zurück zum Start kam.

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Dies Aktion führte bei der ORGA zu einer gewissen Nervosität. Jetzt wollte man keinen Fehler machen und sich exakt an die Vorgaben halten. Aus diesem Grund bedurfte es einiger Überzeugungsarbeit meinerseits, um überhaupt aus dem Innenkreis heraus fotografieren zu dürfen. Dort durfte nur die, deutlich mit Westen gekennzeichnte, ORGA hin. Wer aber weiß wie schwierig es ist die Genehmigung zu bekommen auf solch eine Teststrecke fahren zu dürfen, auf der man gleich am Eingang mit einem Fotoverbot konfrontiert wird, versucht keinen Verantwortlichen zu verärgern. Diese Teststrecken werden üblicherweise für mehreer tausend Euro pro Stunde vermietet und oft stehen dort Fahrzeug zum Test, die nicht für das Auge der Öffentlichkeit bestimt sind. Man kann hier nur den Verantwortlichen danken, dass sie es einem möglich machen solch eine außergewöhnliche Strecke zu nutzen und da sollte es selbstverständlich sein, dass man sich strikt an die Regeln hält.

Meldung von einem Oldie

Recht entspannter Guido Mertens nach einem Klasserennen
Recht entspannter Guido Mertens nach einem Klasserennen

Super danke.
 
Mann kann sich nur bei allen Beteiligten bedanke!!!!!!!!!
Super Strecke, super Rennen, super Teilnehmer.
Velomobile im Wahn!! Lachendpositiv!!!!
Für so etwas kann man auch 20 Euro Startgeld bezahlen um weiterhin so eine Strecke nutzen zu können.
Je oller je doller.
Habe alle meine Trainingsdaten erfüllt und starte am Sonntag beim Mittelmosel Triathlon Staffel (Radsplitt).
Die erste Stunde bei Flevonice hat mich selbst überrascht somit gehe ich die 40 Km Triathlon mit 280 Watt an.
Das ganze Training nutzt nur etwas wenn man zwischendurch noch mal wie bei Flevonice gefordert wird und der Kopf sich trotz Wattanzeige durchsetzt.
Aber Apeldorn kommt ja noch Zwinkernd.
 
Guido alias Frühty (46J/80Kg)

Rennbericht von Karsten Crazius

Karsten Crazius bei der schnellsten Runde auf der CV 2011

Hallo Allerseits,

bin gerade aufgewacht und möchte mal von diesem sehr bunten Wochenende berichten für die, die nicht dabei waren.

Anfahrt und Transponderübergabe klappten flüssig und problemlos, der "Umzug" der Organisation von Flevonice ans 12km entfernte RWD-Oval war ja auch schon per Mail an alle Fahrer angekündigt.

 

1h-Rennen auf dem RWD-Track

Bei mäßigem Wind, abendlichem Sonnenschein und trockener Strecke ging es pünktlich los, so dass ich mich auf der Rolle gut warmfahren konnte. Gestartet wurde schnell hintereinander weg im Abstand von ca. 10 Sekunden, so dass es keine Engpässe gab, was ja auch auf einer mehr als 20m breiten Strecke kein Problem sein sollte. Durch die langen geraden konnte ich immer sehen, wer vor und hinter mir fährt und zum ersten Mal (für mich) das Fahrzeug des Elanteams liver erleben, in dem Ellen van Vuigt ihre Bahnen zog. Dazu hatte ich dreimal Gelegenheit, denn mit meinem 40´er Schnitt laut Tacho konnte ich da nicht mithalten. Wollte ich auch gar nicht, dafür gab es ja noch andere Fahrer in meiner TV-Klasse. Die waren allesamt auch ganz fix unterwegs und ich hatte nur kurz motivationale Unterstützung, "dran" zu bleiben. Es war ja ein Einzelzeitfahren, so war "lutschen" im Windschatten nicht erlaubt. Neu war die aufgearbeitete Canard-Einspur-Lösung von Hans Stresius, der auch an mir vorbeifuhr ebenso wie das "innenleben" des VeloX, mit dem Pieter Hollebrandse unterwegs war. Abgeschossen hat den Vogel aus meiner Sicht wieder einmal Hans Wessels mit einer außerirdischen Fahrt.

Ziemlich ausgepowert dann zurück zur Flevonice-Strecke, wo absolut saubere, funktionierende, Warmwasser führende und mit reichlich Papier versehene Dusch- und WC-Anlagen auf mich warteten... was für ein Genuß/Luxus. Mit Guter Laune und einigen Leckereien, die Jörg, mit dem ich angereist war, mitgebracht hatte, ging es nach einigem Schnack mit den anderen Fahrern ins gemütliche Zelt.

Criterium Samstag, 9:00 Uhr

Um 3:35 wachte ich vom Regen auf, der ja schon angekündigt war. Meine Hoffnung, die Front sei dann schneller durch, wurde aber den ganzen Samstag zerstört, es nieselte durchgehend mit einigen Schauern zwischendurch.

Also Regenjacke an und ab auf die Strecke zum Warmfahren und Kennenlernen. Die erste Unsicherheit trat bei mir auf, als ich mich sprichwörtlich verfuhr, denn die "Schleife", ein Teil der Strecke, wo sich die Fahrer auf der gleichen Fahrbahn entgegenkommen, war nicht abgesperrt. Also der Orga Bescheid gegeben. Bei dem Dauerregen waren zwei große Pfützen auf der Strecke und nach meinem Sturz beim 1h-Rennen auf dem EM letztes Jahr bei Regen war ich schon ein bisschen unsicher in den Kurven. Als dann beim Start einer der Organisatoren sagte, wir würden die Strecke andersherum fahren (um nicht Start/Ziel) direkt vor der Kurve zu haben), war ich verärgert. Da präge ich mir beim Einfahren die Strecke ein um dann alles im Kopf wieder umdrehen zu müssen. Na gut, sag´ ich mir, wird schon werden. Leider wurde dann auch noch die Einführungsrunde um eine Abkürzung geführt mit einer sehr engen 180°-Kurve, durch die der Milan von Wulf Kraneis gar nicht fahren konnte. Zum Glück entschied sich die Orga dafür, diese Kurve rauszunehmen. Nach drei Streckenänderungen ging es dann los mit der Vorrunde, bei der die ersten 15 weiterkommen. Hier lösten sich dann alle meine Sorgen in Luft auf. Bei ca. 20 Startern war es kein Problem, weiterzukommen und eher genüsslich ging es neben Matthias König hinter Bernhard Böhler hinterher, so dass ich die Strecke gut kennen lernen konnte. Im Finale wurde dann wieder richtig gekachelt und ich konnte nicht dran bleiben.

Völlig durchnässt war dann die Frage: "Duschen oder ausharren". Ich entschied mich für Duschen und war froh über die große Halle mit Café und Restaurant, wo man sich warm aufhalten konnte.

200m-Sprint, Samstag, 14:00 Uhr geplant, ca. 15:45 gestartet

Ich Depp bin wieder zu früh los, obwohl klar war, dass Gerard die Messstrecke noch nicht aufgebaut haben konnte. Die Durchsage habe ich aber so verstanden, dass der Sprint um 14:00 Uhr losgeht. Der Sprint fand auf einem 2m breiten Fahrradweg statt, auf dem vor den Liegern noch die Tretroller eine Messstrecke hatten. Ich dachte mir, ich fahre mich diesmal nicht immer nur hin- und her warm, sondern schaue mich mal in der Gegend um. Auf schönen Radwegen fuhr ich dann ca. 5km weg und direkt nach der Kehrtwende passierte es dann...Plattfuß hinten im Schlauchreifen. So ein Mist. Ich machte mich also auf den 45 Minuten dauernden Weg zurück zum Auto, hatte dann zwei Blasen an den Hacken, war ausgekühlt vom einsetzenden Regen zwischendurch und hatte total harte Oberschenkel und miese Laune. Zudem waren meine Keo-Cleats soweit abgelaufen, dass ich zweifelte, ob ich damit überhaupt noch Halt in den Pedalen haben würde. Ich baute mein Ersatzhinterrad ein, die Cleat hielten noch so gerade und konnte noch den zweiten Versuch des Sprints mitmachen. Ironischerweise bekam ich für (für meine Verhältnisse) schwache 48km/h beim Sprint noch einen Punkt in der Gesamtwertung, ich glaube, es ist mein einziger geblieben.

Danach wieder Duschen, Klammotten wechseln und Essen. Jetzt tauchte die Frage auf, wie die Radlsachen für morgen wohl trocken zu bekommen seien, ich hatte drei Sätze durchnässt und man sah´ mich dann einige Zeit bei der Steckdose im Flur stehen mit Fön in der Hand beim Schuhe/Socken trocknen. Hat dann auch leidlich funktioniert.

Sonntag, 9:00 Uhr schnellste Runde

Das Wetter war trocken und wurde zunehmend besser, die Sonne kam  noch nicht heraus, aber auch so fing die Strecke an zu trocknen. Günstigerweise hatte ich meine Rolle zum Start mitgebracht und konnte mich optimal warm fahren. Bei noch nicht ganz abgetrockneter Strecke bin ich dann mit meiner schnellsten Runde sehr zufrieden gewesen. Was mich störte war, dass kaum Starter pünktlich anwesend waren, es keine Starterreihenfolge gab und so lange Zeitlücken entstanden. Hier wird deutlich, dass man von Orga-Seite nicht auf die Pünktlichkeit der Fahrer hoffen kann und viele versuchen, das Beste für sich herauszuholen (späte Startzeit, trockene Strecke) und dann einfach nicht erscheinen. So zog sich dieses Rennen dann bis 11:25 hin und hätte gut eine Stunde vorher beendet sein können. Das führte dazu, dass sich der ganze Ablauf verzögerte und z. B. zwischen Dragrace und 3h-Rennen genau 0 Minuten übrig waren für die Finalisten, Laufräder zu wechseln, sich kurz zu erholen, etwas zu essen, Trinksäcke zu montieren etc.

3h-Rennen

Bei strahlendem Sonnenschein und einigen hübschen Wölkchen krönte dieses Rennen die ganze Veranstaltung. Mit großem Teilnehmerfeld ging es los und ich war aufgeregt, denn es war mein erstes 3h-Rennen. Nach dem Start kristallisierte sich eine Gruppe mit Strada vorneweg heraus, die so um die 42km/h fuhr. Soweit, so gut dache ich und konnte noch ganz gut mithalten, wobei ichmir unsicher war, ob das wohl 3h lang gut gehen würde. Irgendwann wurde diese Gruppe von hinten dann "erweitert" und es bildete sich eine schnellere Gruppe, in der Hans Stresius und David Verbroeken viel Führungsarbeit verrichteten und zu mich "mitnahmen". Hans wurde es dann aber wohl zu langsam, er zog das Tempo auf ca. 45 km/h an, wenn er nach vorne fuhr und nach 2 Stunden und 8 Minuten war es dann soweit, dass ich abreißen lassen musste, nachdem ich mehrmals aus der Gruppe gefallen war, mich aber immer wieder kraftraubend heranbeißen konnte, weil sich die Gruppe beim Führungswechsel uneinig bzgl. der Geschwindigkeit war und langsamer wurde. Leider kam hinter mir keine Gruppe mehr und ich bemerkte, dass ich so richtig schlapp machte. War wohl doch zu wenig, nur Wasser mit Maltodextrin mitzunehmen, ich brauchte was zu essen. Da kam mein Engel des Tages in Form des liegenden Robert, der sich als freiwilliger Helfer gemeldet hatte und mir quasi auf Bestellung einen Schokoriegel besorgte, den ich eine Runde später in Empfang nehmen konnte. Was für eine Erleichterung und hier großen Dank an Robert und die vielen freiwilligen Helfer, die diese Veranstaltung so möglich gemacht haben. Zurück zum Rennen, da waren ja noch gute 45 Minuten zu fahren. Nach einer weiteren schlappen Runde wirkte der Riegel und die Gesichtsfeldverengung und Müdigkeit (zufallende Augen und schwere LIeder) ließ nach. Dann kam auch noch passend David Verbroekken vorbei und nahm mich bis zum Ziel mit, wobei ich für kurze Zeit auch noch Führungsarbeit leisten konnte, viel war aber nicht mehr oder wieder drin. Das Bad im See war dann ein herrlicher Genuß und insgeamt war ich sehr froh, dabei gewesen zu sein.

Nächste CV in Sloten oder bei Flevonice? Ich finde beide Lokalitäten klasse, die Strecke in Flevonice ist anspruchsvoller und macht mir mehr Spaß, in Sloten kann man allerdings auch bei schlechtem Wetter auf der Innenbahn spannende Rennen fahren, was ich auch gerne mache.

Schön, dass es so eine tolle Veranstaltung wie die Cycle-Vision gibt

Karsten Crazius

Karsten Crazius

Ein Rennbericht aus dem Mittelfeld mit dem olympischen Geist, von Hajo Eckstein

Hajo Eckstein beim 3h Rennen auf der CV 2011

1 h Zeitfahren Freitag Abend
Mit einem leichten Brummschädel nach etwas nerviger ungewohnter
Autofahrt erreiche ich mit meinen Kindern das FlevonIce-Gelände. Ich
besorge mir schnell den Transponder und die Kids bauen schon die Zelte
auf. Es ist gut, dass ich in die 2. Gruppe um 20:30h eingeteilt bin, der
Wind lässt nach und ich kann die Duelle der Schnellen der Zunft direkt
miterleben.
Die RDW Bahn hat schon imposante Dimensionen und die Fahrer der ersten
Gruppe wirken ein wenig verloren, ihre Geschwindigkeiten ins Bedächtige
verzerrt.
Bei den Vorbereitungen mancher Velomobile, dem Abkleben der Ritzen und
Knubbel, Anbringen von Aeroflossen und den heuer verbreiteten
tiefgezogenen Radverkleidungen an den Quests, beschleicht mich das
Gefühl, auch besser etwas mehr geschraubt zu haben, als nur den Baron in
Brevetausstattung mit Licht, Dynamo, Schutzblechen nur geputzt und die
35 mm Schlappen auf 6,5 bar gepumpt zu haben.
Egal, mir wird frisch und ich zittere darauf, auf die Stunde
losgeschossen zu werden. Mein Tempo pendelt sich auf gut 40 auf der
windgeschützten Gegengeraden und etwas darunter auf der Zielgeraden ein.
Und ich sag' noch vorher zu Hanns und Peter:"So breit die Bahn auch ist,
einer wird mich so knapp überholen und dicht vor mir wieder einscheren,
dass Puls & Adrenalin noch einen Schub bekommen." Als der Milan aus
Duisburg dann wirklich knapp vorbeischneidet, muss ich doch lachen.
Insgesamt bei mir einen glatten 40er Schnitt, etwas weniger als
erwartet, aber auch nicht verausgabet. Die Rundenzeiten wurden über die
gesamte Distanz stetig kürzer. Und es blieb noch Konzentration, den
Rennverlauf der anderen zu verfolgen ...

Samstag wollte ich Kurvenhasenfuß das 20 min Kriterium mitfahren, um die
geschlängelte Strecke kennenzulernen - zu meiner und der Kollegen
Sicherheit im 3 h Rennen. Aber als bekennender Schönwetterfahrer bin ich
bei dem Dauerniesel dann lieber mit den Kindern zum Einkaufen von
holländischen Schokostreuseln, Vlokken & Vla nach Harderwijk gefahren.

Sonntag, Der "schnellste Runde Wettbewerb" gibt mir dann eine
Proberunde. Manche 180° Kehren ziehen sich gegen Ende gefühlt immer
enger und ich brauche mir runtergebremsten 35 immer noch die gesamte
Pistenbreite ;-(

3 h Rennen

Sonne und reichlich Wärme: mein Wetter! Rechts und Links am Sitz hängen
2 Trinkblasen mit je 1,5l. Während der Startverzögerung werden wir noch
Mal liegend vorgegaart und die Jungs hüpfen nervös noch Mal in die
Büsche. Dann geht'S mit einer halben Einführungsrunde zum fliegenden
Start. Meine Absicht, mich der Gruppe um GuidoM anzuschließen, wird in
der folgenden Kurve durch einen quer reinhaltenden Rudervierer
ausgebremst. In der folgenden Kurve kreuzen 2 Quests vor mir bremsend
ihre Fahrlinien. Danach habe ich leider viel freie Fahrt vor mir und
mach mich daran, wieder Anschluss zu finden. Ich gebe das Vorhaben nach
1 1/2 (zu) schnellen Runden (meine Schnellsten) wieder auf und hänge
mich in den psychologischen Windschatten von 2 Quests. Die
Geschwindigkeit sinkt von anfangs 40-43 auf knapp 40. Langsam sammeln
wir noch 1 Lieger und einen Ruderer ein, wechseln uns ab - doch bei
Halbzeit fangen die plötzlich an, Pausen einzulegen und Getränke
aufzunehmen. Es folgen dann wieder Runden alleine, Karsten nimmt mich
dann auf eine zügige Runde mit - bis ich in der letzten Stunde doch
ziemlich platt auf einen einsamen Baronfahrer auflaufe und wir nun
zusammen uns rundenweise abwechselnd die Restzeit runterzählen. Aber wir
fahren nonstop, sehen einige Prominente mit teils wiederholten
Reifenpannen, wechselnden Fahrzeugen und weniger Prominente mit Krämpfen
oder qualmenden Socken am Rand im Gras liegen.
20 Minuten vor Schluss sind meine Trinkblasen leergelutscht. Die
Aufmunterungen vom Streckenrand und die verrinnende Restzeit motiviert.
Auf den letzten 200 m unserer endlich allerletzten Runde zieht mein dies
Runde führende Begleiter noch Mal kräftig an und wir erreichen noch Mal
50 - aber da ich hier 2 Runden vor bin, kommt es da auch nicht mehr
drauf an. Es müsste ein Schnitt von 38/39 rumgekommen sein, anfangs zu
viel verheizt, wenig Rhythmus gefunden und schließlich platt.
Aber dann als erster unter der Dusche und danach wieder ziemlich fit und
glatt und gut nach Hause gekommen.

Es hat viel Spaß gemacht, prima Strecke - wie gewohnt freundliche
entspannte Organisation und viele nette Leute wiedergetroffen und durfte
auch Mal Evo-K und HighBaron probefahren. Bloß das Abstützen mit der
Hand nach dem Anhalten ging nach unten los ;-)
Bis denne - wieder auf der Piste oder Straße - Hajo

Hajo Eckstein

Rennbericht von René Freising

Links im Bild René Freising
René Freising (links im Milan)

Hier mal so meine Eindrücke von dem Wochenende:

Freitag als Highlight das RDW-OVAL. Hanns S. haderte ob er bei dem Wind (ein Laus Lüftchen mit der VV fahren sollte, hat es dann aber doch gewagt.
Ich startete mit dem SL, das erste Mal mit der Kopfhaube. Dazu musste ich den Sitz soweit wie mögliche noch vorne versetzten und noch eine Raststufe tiefer einstellen. Dann passte ich mit dem Helm rein. Leider hatte ich keinen Sturzring wie die anderen VM Fahrer. Der dürfte deutlich angenehmer sein.
Bei der Proberunde wurde klar 56/11 als Übersetzung ist zu klein... tja schade....
Im Rennen lief es auf den 1ten 3 Runden dann recht gut mit 60, Obwohl man in den Kurven schon gut nach außen gedrückt wurde.
Dann wurde es richtig heiß in der Karosse. Ich hatte ja auch die Lampenlöcher verklebt.
Die Leistung ging runter, also Visier auf und mit irgendwas um 58-59 seine Runden drehen.
Anscheinend ist die Aerodynamik vom SL schon so gut, dass sich kleine Änderungen auswirken. Zwischen Visier auf und zu lagen 1,5km/h.
Dann begann das 11er Ritzel zu schraddeln, Keine Ahnung warum. Auf dem 12er fuhr ich aber direkt 2km/h langsamem, auch keine Alternative.
Also mit Sägegeräuschen fahren... Das kostete bestimmt 1km/h. Gegen Hälfte des Rennens ist mir dann auch mal die Kette von der Vorderen Umlenkrolle gesprungen. Anhalten, Einfädeln, ne Halbe Runde wieder auf 55-60 beschleunigen und weiter.
am Ende waren es dann 56,7km über die Stunde. Schon mal nicht schlecht, aber 3km/h könnte man da noch rausholen.
Auch reichte es damit nur für den 10ten Platz.

Samstag war absolutes Pisswetter.
Keine Lust zum Criteriumfahren... Wann das VM-Rennen startet konnte mir auch keiner so recht sagen.
Lust war aber nicht viel da so begnügte ich mich die Stände anzugucken und mit vielen Leuten zu quatschen.
Auffälligstes Fahrzeug ein Kinderholz-VM das Ymte(?) für seine Kleinen gebaut hat.
Reinhards Milan hab ich auch gesehen ihn selber aber nicht.

Sonntag war es morgens schon warm und dunstig. Ab 11 wurde es heiß.
Ich machte mein VM fürs 3h Rennen fertig. Trotz der Wärme entschied ich mit Kopfhutze zu fahren.
Lampenlöcher wurden geöffnet. Hier konnte ich auch den Grund sehen warum die Kette beim 1h-rennen nicht lief:
Durch das Sitz tieferlegen kam die Sitzstrebe beim Fahren auf dem 11er mit der Kette in Berührung. Eine Säge der Speedbiker schaffte Abhilfe.
Das 3h-Rennen wurde mit 40min Verspätung gestartet. Es war von Anfang an heiß und ich beschloss komplett mein eigenes Tempo zu fahren und nicht mit Anderen versuchen mitzuhalten. Nach 1Runde hatte man auch alle UV/PF hinter sich gelassen. Ymte fuhr wie ein Motor. Wulf hinter her.
Danach folgten Helge und Daniel. Theo war auch von der Partie. Trotz geöffnetem Visier hatte ich direkt von Anfang Hitzeprobleme.
Bei Runden mit 48-49 fuhr ich auf dem für mich zu winkeligem Kurs. Bei 2-3 Kurven musste man bis auf 40Runter und wieder antreten. Andere gingen mit 43. Insgesamt ist der Kurs anspruchsvoll, weil man immer aufpassen muss nicht zu schnell in eine Kurve zu fahren.
Bei 50min wird das Fahren unerträglich. Die führenden Liegeradler Pieter, Hans und CO fahren an mir vorbei.
Ich beschäftige mich ernsthaft mit dem Gedanken aufzuhören. Entscheide mich dann aber doch für eine Pause mit einem Sprung hinter den Busch.
Danach läuft besser, den Deckel verschließe ich nicht und so sitzt er 1cm höher und es kommt mehr Luft rein. Passt auch besser mit dem Helm.
Ich fahre so Runden mit ca 45-46km/h immer mal wieder den Deckel anlupfend um mehr Luft zu bekommen.
Ymte und Theo haben mehrere Platten, reparieren aber und fahren weiter. Wulf steht auf einmal am Rand. Ich brauch ca ne Stunde um zu Erkennen das auf seinem Milan kein schwarzer Fleck ist, sondern ein riesiges Loch... Er war aus der Kurve hinter dem Start gekippt.
Bei mir lupfte auch mal ein Beinchen in selbiger Kurve. Ich konnte es aber noch so gerade abfangen.
Die 2. Stunde ging halbwegs. In der letzten Stunde schaute ich nur noch auf die Uhr bei Start und Ziel...
30min vor Schluss überrundeten mich dann Pieter und Hans. Heftig die fahren ca 45-47km/h unverkleidet bzw mit Heck.
Auf der Gerade waren sie nicht so schnell, aber in den Kurven klauten sie mir Meter ohne Ende.
Pieter sagte mir auch noch später dass es wegen diesem Fahrverhalten nicht einfach war an mir vorbeizukommen.
Kurz vor Schluss überholte mich Daniel im EVOK, als Führender. Leider war ihm das ganze Prozedere vom Rennende nicht durch und durch bekannt.
so stoppte er nachdem die Uhr auf Null runtergelaufen war. es heißt aber: 3h PLUS 1 Runde. zumal er wohl ganz knapp vor der Null drüber war und so eigentlich noch 2Runden fahren musste. So zog dann Helge als Nutznießer von den Ganzen Pannen und Daniels Fauxpas dran vorbei und wurde glücklicher Sieger. Helge musste wohl aber auch mal wegen Überhitzung anhalten. Daniel wechselte wohl auch mal das VM. So war es für die Zuschauer ein abwechslungsreiches Rennen.
Ich lies mir erstmal im Ziel ne Flasche Wasser über Kopf gießen. Andere Fahrer sprangen in den nebenan liegenden Teich um Kühlung zu bekommen.
Ich kam auf den 7ten Platz. Auf so einem, für mich zu engen Kurs, war das dann ganz ob.
Bernhard B. konnte die 3h nicht fahren, weil er seinen Schalthebel kurz vorher beim DragRace zerstört hatte...

Tschö
René

Ein heißes Rennen, in jedem Sinn